Veredelung der Oberfläche

Veredelung der Oberfläche

 

Schleifen

Jedes 3D-Printmodell kann basierend auf dem RP-Verfahren von Hand weiterbearbeitet werden. Dazu sollten Übergänge z.B. vom Stützmaterial zum „normalen Werkstoff“ bestmöglich angeglichen werden. Hierfür beginnt man bei einer Körnung des Schleifpapieres von ca. 80-120 (abhängig von Riefentiefe). Danach arbeitet man sich über Körnungen von 220, 280, 400 über  600, 800 bis hin zu 1500, 2000 – wobei ab ca. einer Körnung von 800 unbedingt das Werkstück nass geschliffen werden sollte. Dies verhindert den schnellen Verschleiß/Zusetzen des Schleifpapiers. Wie viele Stufen man schleif hängt von der Oberflächenanforderung bzw. gewünschten Qualität ab und muss im Einzelfall geklärt werden.

Im folgenden Beispiel ist zu erkennen, dass der Übergang der einzelnen Bahnen/Schichten eine „Wulst“ erzeugt hat. Diese Wulst wird beginnend mit einer Körnung von 80 angeglichen. Um die dadurch entstehenden Schleifriefen wieder anzugleichen wird über eine Körnung von 120, 280, 400 die Oberfläche angepasst. 

Eine weitere Oberflächenbearbeitung ist wie oben bereits angedeutet, beim Übergang des Stützmaterials notwendig. Hier kann ebenso mit einer Körnung von 80 begonnen werden, um danach in derselben Abstufung (~120, 280, 400) die Oberfläche zu bearbeiten.

Nachdem die Oberflächen so gut es ging angeglichen sind, kann die komplette Bauteiloberfläche mit 800 – 2000 nass geschliffen werden. Jegliche Fehler d.h. Furchen oder Krater können durch diese Prozesse jedoch nicht mehr verbessert werden. Dies bedeutet, insbesondere am Anfang der mechanischen Bearbeitung ist auf eine sauberer und genau Vorgehensweise zu achten.

Bevor nun der Lackierprozess begonnen werden kann wird zur besseren Haftung das Werkstück mit Druckluft von Staub befreit. Ergänzend kann z.B. mit „Sidolin“ die Oberfläche gereinigt werden.

Lackieren

Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen sollte nach dem Schleifen zunächst eine Spachtelmasse sowie eine Grundierung in Form eines „Füllers“ aufgetragen werden. Schleifriefen werden so geglättet und das Lackierergebnis dementsprechend verbessert.


http://projekte.lokbahnhof.de/index.php/Thread/1600-Lokgeh%C3%A4use-aus-3D-Druck/

Wie in diesem Beispiel zu erkennen ist, wurde das Modell nicht gründlich genug vorgeschliffen. Es sind immer noch Riefen zu erkennen, welche durch den Füller nicht auszugleichen sind.

Auch dieser nun aufgetragene Füller besitzt eine „raue Oberfläche“. Dies kann durch erneutes nass schleifen verbessert werden. Hier genügt es jedoch mit einer Körnung von 800 zu starten bis hin zu 2000.

Nachdem die Oberfläche nun optimal vorbereitet ist kann der Lackierprozess starten. Es sollte gleichmäßig und in einem „Nebel“ lackiert werden umso „Lacknasen“ zu verhindern. Nach einer Trockenphase kann bei Bedarf zur Versiegelung noch Klarlack aufgetragen werden und so die Oberfläche vor äußeren Einflüssen besser zu schützen.


Diese Abbildung zeigt die einzelnen Prozessschritte im groben auf. Die Veränderungen vom Ausgangszustand bis hin zum lackierten Endprodukt sind deutlich.

Bei all diesen Prozessschritten muss klar sein, es wird Material abgetragen bzw. aufgetragen. Soll also ein Bauteil im Nachgang bearbeitet werde muss dies bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Ca. 1-2/10 werden durch den Füller bzw. Lackierprozess aufgetragen.

Ein eigener Versuch zeigt die zu erreichende Qualität mit den vorhandenen Möglichkeiten auf.

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